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Jahresthema 2007

“Auf dem Weg der Gerechtigkeit”...
(Spr. 12,28) -

Männer leben Barmherzigkeit und Solidarität


„Auf dem Weg der Gerechtigkeit ... (Spr. 12,28)
Männer leben Barmherzigkeit und Solidarität!“


Deutschland ist ein reiches Land. Der gesamtwirtschaftliche Reichtum ist in den letzten Jahren trotz aller Probleme weiter gewachsen. Menschen in unserem Land verfügen über so hohe Einkommen und Vermögen wie noch nie in der Geschichte.

Deutschland ist ein armes Land. Der Anteil der von Armut bedrohten Menschen ist noch nie so schnell gestiegen wie in den letzten sieben Jahren. Er liegt bei 17 % der Bevölkerung. Dabei wird die Kluft zwischen Reichen und Armen größer.

Angesichts dieser Analyse, die die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland im November vergangenen Jahres veröffentlichte, können Christinnen und Christen nicht zur Tagesordnung übergehen. Denn sie steht in deutlichem Gegensatz zu einer Perspektive und Entwicklung, die in
der biblischen Tradition Gerechtigkeit heißt und eine angemessene Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben will.

„Auf dem Weg der Gerechtigkeit …“ (Spr. 12,28)
Männer leben Barmherzigkeit und Solidarität‘

Die Männerarbeit erinnert mit ihrem Jahresthema 2007 an diese biblische Tradition. Sie beschreibt damit zugleich eine Selbstverpflichtung mit Konsequenzen für das Selbstverständnis und Verhalten der Männer.
Der alttestamentliche Text aus Sprüche 12,28 bekennt und behauptet: Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben, aber ein böser Weg führt zum Tod. Natürlich: Unsere Erfahrungen sprechen oft gegen ein solches Bekenntnis. Der alttestamentliche Text lässt sich in der Tat mit diesen Erfahrungen nicht einfach und glatt verrechnen. Er bleibt deswegen eine Provokation. Sie ist getragen von der Überzeugung, dass unser menschliches Leben und Zusammenleben auf einer Ordnung basiert, die der Mensch letztlich nicht zerstören kann und die sich immer wieder durchsetzt. Nach dieser Überzeugung bleibt nichts verborgen. Alles kommt an den Tag. Lüge und
Verschleierung, Unterdrückung und Ausgrenzung werden nicht das letzte Wort behalten.

Im Vertrauen auf diese Ordnung bekommt die für Männer manchmal etwas gewöhnungsbedürftige Haltung der Barmherzigkeit einen neuen Klang. Es ist nicht die Haltung der herablassenden Geste gegenüber Armen und Notleidenden. Es ist die Haltung des Mitleidens, die Veränderung will.
Barmherzigkeit kann den Sozialstaat nicht ersetzen. Aber Barmherzigkeit hält öffentlich und beharrlich die Erinnerung daran wach, dass Rahmenbedingungen für einen solidarischen Sozialstaat nötig sind, damit Teilhabegerechtigkeit möglich wird.

Wenn Männer in diesem Sinn Barmherzigkeit und Solidarität leben, wissen sie sich getragen vom biblischen Glauben, der gegen alle Widerstände und Konflikte durchhält, dass Gerechtigkeit und gelingendes Leben zusammengehören.

Heinz-Georg Ackermeier, Theologischer Vorsitzender
Dr. Helmut Eiteneyer, Nichttheologischer Vorsitzender
Martin Rosowski, Geschäftsführer