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Wort zum Männersonntag 2008
Die Realität hat einige Prognosen bereits eingeholt: Sich häufende Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen und Wirbelstürme, abschmelzende Gletscher und polare Eisschilder zeigen, dass die dramatische Veränderung der Lebensgrundlagen auf unserer Erde kein fernes Horrorszenario ist, sondern bereits begonnen hat. Die Warnungen aus der Klimawissenschaft wurden in den letzten Jahren immer lauter. Der Klimawandel verläuft schneller und dynamischer als ursprünglich angenommen. Der 4. Sachstandsbericht des Internationalen Expertengremiums zu Klimawandel macht deutlich, dass ohne sofortiges Umsteuern der Energiepolitik ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur um bis zu 4,5° Celsius möglich ist. Dies wäre ein Vorgang, der in seiner Geschwindigkeit erdgeschichtlich beispiellos ist.
„…soll nicht aufhören Saat und Ernte“ (Gen. 8, 22) Männer im Spannungsfeld zwischen Ökologie, Ökonomie und Technik
Das neue Jahresthema der Männerarbeit erinnert in der aktuellen Diskussion um Energienutzung und Klimawandel an die alttestamentliche Zusage Gottes: „Ich will hinfort nicht mehr die Erde um der Menschen willen verfluchen. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Gott bleibt den Menschen in seiner Schöpfung treu, obwohl diese Schöpfung unter den Menschen leidet und in bestimmten Bereichen irreparabel geschädigt ist.
Die Bibel versteht diese Zusage aber nicht als Verharmlosungsstrategie. Sie versteht sie als Chance zur Umkehr und zur Veränderung. Für Männer bedeutet das eine selbstkritische Reflexion bisheriger, weitgehend von Männern bestimmter Technologiepolitik: Welche Technologien sind wirklich von Menschen zu verantworten und in welcher Weise können sie nachhaltig eingesetzt werden? Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat vor Augen geführt, dass ihre Folgen für Mensch und Umwelt irreversibel und nicht verantwortbar sind. Daher problematisiert die Männerarbeit, ausgehend vom Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergiestromerzeugung in Deutschland, diesen Energieträger als Instrument des Klimaschutzes auf längere Sicht. Der Ausstieg aus der Atomkraft muss mit der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger, mit Effizienzsteigerung bei Energieerzeugung und -einsatz und mit Energieeinsparung verbunden werden.
Das neue Jahresthema der Männerarbeit unterstreicht: Neben den Aspekt der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit muss der Aspekt der vorsorgenden Technikfolgenabschätzung treten. Denn die Sorge um das Leben, die Fürsorge am Lebendigen und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen können nicht delegiert werden. Sie gehören unverzichtbar zur menschlichen, damit auch zur männlichen Existenz.
Die Vorsitzenden: Heinz-Georg Ackermeier Dr. Helmut Eiteneyer
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