Jahresthema 2016 "’Und ob ich schon wanderte’... (Ps 23,4) - sich von seiner Sehnsucht finden lassen” Wort zum Männersonntag 2016 Liebe Männer, David   Bowie   ist   tot!   Er   starb   zu   Beginn   dieses   Jahres      im Alter   von 69     Jahren.     Manch     einem     entlockt     das     nicht     mehr     als     ein Schulterzucken. Andere erleben seinen Tod als großen Verlust. Eines   ist   sicher:   50   Jahre   lang   war   er   einer   der   ganz   Großen   der internationalen   Musikszene.   Er   setzte   aber   auch   Zeichen   in   Mode und     Malerei.     Seine     Auftritte     in     schrill     bunter     Kostümierung verwischten   die   Geschlechterbilder   der   70er.   Er   selbst   bekannte sich    zu    seiner    Homosexualität    und    heiratete    kurz    darauf    seine erste Frau! David   Bowie   war   wandelbar,   ein   real   existierender   Mensch   und   Kunstfigur   in   einer   Person. Zwischen   diesen   Polen   hat   er   sich   selbst   immer   wieder   neu   erfunden.   David   Bowie   hat dabei   stets   mehr   getan   als   den   aktuellen   Trends   zu   folgen.   Er   hat   selbst   diese   Trends gesetzt.    Wenn    man    so    will,    war    er    avant-gardistisch    im Mainstream   und   eigentlich   mehr   oder   weniger   stetig   auf   der Suche nach sich selbst. Getrieben      von      einer      Sehnsucht      irgendwann      dort anzukommen   –   gleichgültig   ob   als   Dave   Jay   oder   Ziggy Stardust   oder   einfach   nur   David   Bowie.   Ob   er   jemals   dort angekommen ist, weiß niemand. Aus   unserer   eigenen   Lebenserfahrung   wissen   wir   selbst, dass   es   nicht   wirklich   einfach   ist,   den   eigenen   Träume   und Sehnsüchten zu folgen. Sie    liegen    nicht    irgendwo    herum,    so    dass    man    leicht darüber stolpern könnte. Sehnsüchte sind in uns verborgen. Wenn   wir   sie   nicht   suchen,   bleiben   sie   vielleicht   ein   Leben lang   unentdeckt.   Wenn   wir   uns   auf   die   Suche   nach   ihnen begeben,   sollten   wir   keine   Angst   haben,   sie   zu   entdecken. Und   für   den   Fall,   dass   wir   sie   wirklich   entdecken   und   uns   trauen   ihnen   nachzu-gehen, haben wir sie noch lange nicht erreicht. Letztendlich    wird    die    Frage    bleiben,    ob    es    überhaupt    gelingen    kann,    die    eigenen Sehnsüchte   erreichen   zu   können.   Schließlich   ist   die   Sehnsucht   zwar   ein   Teil   von   uns,   doch obwohl   sie   zu   uns   gehört,   gehört   sie   uns   nicht.   So   zeigt   mir   die   Sehnsucht   ein   Stück   von   mir selbst und lässt mich dennoch nicht über sie verfügen. Auf    diese    Weise    liegt    sie    eng    neben    dem    Vertrauen.    Ohne    das    Vertrauen    bleibt    jede Sehnsucht im Verbor-genen und umgekehrt. Von   diesem   Wechselspiel   zwischen   Sehnsucht   und   Vertrauen   spricht   auch   der   Psalm   23. Und   er   sagt   uns   damit,   dass   die   Sehnsucht   einen   jeden   von   uns   zum   Teil   eines   großen Ganzen   macht.   Wenn   wir   uns   trauen,   uns   von   ihr   finden   lassen,   spüren   wir,   was   der Psalmbeter uns sagt. In   diesem   Sinne   wünschen   wir   Euch/Ihnen   gute,   anregende   und   intensive   Gespräche   zum Jahresthema 2016. Ihr/Euer GERD KIEFER Vorsitzender der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland 
Das Jahresthema 2016: “’Und ob ich schon wanderte’... (Ps 23,4) - sich von seiner Sehnsucht finden lassen” Jährlich gibt sich die Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der EKD ein übergreifendes Jahresthema. Es wird in viefältigen Veranstaltungen in allen Landeskirchen und auf Bundesebene behandelt. Das Jahresthema ist Basis für die Vorbereitung des Männersonntags, der seit 1946 auf Empfehlung der EKD jährlich am 3. Oktobersonntag gefeiert wird. 
Das “Werkheft” Materialien zum Männersonntag 2016